Baustoffklassen ordnen das Brandverhalten von Materialien und Produkten ein. Sie helfen bei der Planung, beantworten aber nicht allein, ob eine vollständige Konstruktion alle Brandschutzanforderungen erfüllt.
Zwei Klassifizierungssysteme
Die deutsche DIN 4102 unterscheidet unter anderem nichtbrennbare Baustoffe sowie schwer-, normal- und leichtentflammbare Baustoffe. Die europäische EN 13501-1 verwendet ein eigenes Klassifizierungssystem. Je nach Klasse und Produkt kommen Angaben zur Rauchentwicklung und zu brennenden Tropfen hinzu.
Eine einfache Übersetzung von Buchstabe zu Buchstabe ist nicht verlässlich. Für die Verwendung zählen der konkrete Klassifizierungsnachweis und die jeweils geltenden Anforderungen.
Brandverhalten ist nicht Feuerwiderstand
Das Brandverhalten betrifft den Beitrag eines Baustoffs zum Brandgeschehen. Der Feuerwiderstand beschreibt dagegen Eigenschaften eines Bauteils während einer Brandbeanspruchung, etwa Tragfähigkeit oder Raumabschluss. Auch das Brandverhalten einer Bedachung ist eine eigene Fragestellung.
Materialangaben am Produkt richtig lesen
Das CLEVER-TILE®-Datenblatt nennt A1 nach DIN 4102 für die Aluminiumteile und B2 für den flexiblen EPDM-Anformteil. Daraus folgt keine A1-Einstufung der gesamten Ersatzpfanne und keine Feuerwiderstandsdauer des Dachaufbaus.
Die Produktunterlagen und die Nachweise für den geplanten Aufbau bilden die Grundlage der Bewertung.
